Mit einem Meistertitel, einer Vizemeisterschaft, einem 6. und einem 16. Platz schnitten die St. Galler Junioren bei den Schweizer Meisterschaften so erfolgreich wie noch nie ab. Dem 13jährigen Noah Fecker gelang in Solothurn der bislang grösste Erfolg in seiner erst gut vier Jahre währenden Schach-Laufbahn: Gerade erst in die U14 aufgerückt, spielte Noah - als U12-Meister des Vorjahres - von Beginn an im Titelrennen mit und bewies in einem Dreierstichkampf im Schnellschach starke Nerven: Mit zwei Siegen in den Zehn-Minuten-Partien mit Zuschlag verwies Noah den Setzlistenersten Daniel Fischer (Elo 2148, im Bild links)) und Vincent Lou (2008, rechts) auf die Plätze zwei und drei. Dieses Trio hatte in den sieben Runden zuvor jeweils ungeschlagen 5.5 Punkte erbeutet, die Partien gegeneinander endeten allesamt remis. Nach Buchholz-Wertung lag Noah auf Rang drei und musste sich im Stichkampf unbedingt durchsetzen, um seine Platzierung zu verbessern. Das gelang ihm bravourös! Herzliche Gratulation.
Zur Halbzeit des Turniers mischte auch der zweite St. Galler U14-Junior Yasin Chennaoui - im Vorjahr bereits Dritter - ganz vorn mit. Er gehörte zu einem Quintett mit drei Punkten aus vier Runden, wobei alle noch ungeschlagen waren. Auch mit dem Sechsten Anatol Toth (2.5) war zu diesem Zeitpunkt noch zu rechnen. Die fünfte Runde brachte dann eine Konzentration an der Spitze, endeten doch alle drei Duelle des führenden Sextetts gegeneinander mit Siegen: Leider zählte Yasin (im Bild rechts) mit seiner ersten Niederlage gegen die Nr. 1 Daniel Fischer (links im Bild) zu den Verlieren. Da Yasin auch in der sechsten Runde unterlag, waren die Medaillenchancen für ihn nicht mehr intakt, mit einem Schlussrundensieg schob er sich aber auf seinen Startplatz 6 und wurde mit einer Nominierung für die Europameisterschaften in Rumänien Anfang September belohnt!
Noah setzte sich in Runde 5 mit Schwarz gegen Anatol Toth durch und zählte nun zum Führungstrio, das sich einen vollen Punkt abgesetzt hatte. In der sechsten Runde trafen Lou und Fischer aufeinander und trennten sich remis. Noah hatte mit der Startnummer 4, Johann Williams auch eine schwere Aufgabe und löste sie mit einem halben Punkt. In der Schlussrunde hatte das Führungstrio mehr oder weniger Pflichtaufgaben zu erfüllen, an denen keiner scheiterte. So kam es zum Showdown im Dreier-Stichkampf mit dem besten Ende für Noah, der bereits im Frühjahr für die U14-Weltmeisterschaft in Uruguay nominiert worden war.
Seine bisher beste Platzierung bei Schweizer Meisterschaften schaffte auch Elias Giesinger in der U16. Elias startete furios mit vier Siegen und lag zur Halbzeit sogar einen halben Punkt vor dem hohen Favoriten FM Fabian Bänziger (Elo 2342). Seine beste Partie gelang Elias mit einer Vorbereitung bis zum 20. Zug gegen die Start­nummer 2 Theo Stijve (Elo 2135), siehe Bild rechts. Mit Schwarz opferte Elias eine Figur für einen kaum parierbaren Angriff und legte so das Fundament für seinen Platz auf dem Treppchen.
Trotz der weissen Steine war Elias in Runde 5 gegen Fabian Bänziger "dann ziemlich chancenlos", wie er freimütig einräumte. Dennoch lag Elias unangefochten auf Rang 2. Das änderte sich in Runde 6, als Elias mit Schwarz gegen Duke Kreutzmann "in eine clevere Vorbereitung im Londoner System tappte". Trotzdem war Rang 2 wegen der guten Zweitwertung noch nicht verloren, aber auch in der Schlussrunde zeigte Elias gegen die Startnummer 16, Nathalie Pellicoro kein gutes Schach und konnte froh sein, sich mit einer Qualität weniger noch aus einer verlorenen Stellung ins Remis zu retten. Das Glück verdoppelte sich sogar für Elias, da sein grösster Rivale Theo Stijve in gewonnener Stellung eine Springergabel übersah und dadurch statt Rang 2 auf den undankbaren vierten Platz zurückfiel.
Elias' Finish liess zwar zu wünschen übrig, aber die Konkurrenz spielte nicht besser: So reichte es für den St. Galler mit 4.5 Punkten vor dem punktgleichen Wiler Lukas Meier noch zur Silbermedaille. Herzliche Gratulation! Auch Elias spielt Anfang September bei der Europameisterschaft in Rumänien.
Das Kontrastprogramm zu seinem Bruder Noah erlebte Jan Fecker in der U16. Mit 0.5/7 Punkten blieb ihm im ersten U16-Jahr nur der Schlussrang 16 und ein grosser Gewinn an Erfahrung. Kopf hoch, im Herbst läuft es bestimmt wieder gut, Jan! Frank Wittenbrock
Alle Turniergebnisse bei Chess-Results:
U16   U14   Bericht von Markus Angst (SSB)
Fotos: Astrid Hofer (3), Claudia Fecker (1)

RTermin Gegner (Elo)Erg.Ges
1Do 29 Alex. Zaza (1926)1w1
2Do 29 Lukas Meier (1957)1s2
3Fr 30 Col. Hofmann (2024)1w3
4Fr 30 Theo Stijve (2135)1s4
5Sa 01 F. Bänziger (2342)0w4
6Sa 01 Kreutzmann (1949)0s4
7So 02 N. Pellicoro (1830)½w

RTermin Gegner (Elo)Erg.Ges
1Do 29 Lukas Meier (1957)0w0
2Do 29 Alex. Zaza (1926)½s½
3Fr 30 Mark-S. Hug (1925)0s½
4Fr 30 A. Labelle (1855)0w½
5Sa 01 M. Lo Presti (1937)0w½
6Sa 01 N. Perréard (1969)0s½
7So 02 Hanqi Lu (1916)0s½

RTermin Gegner (Elo)Erg.Ges
1Do 29 G. Tamrazyan (1810)1s1
2Do 29 M. Tezayak (1942)1w2
3Fr 30 Daniel Fischer (2148)½s
4Fr 30 Vincent Lou (2008)½w3
5Sa 01 Anatol Toth (1989)1s4
6Sa 01J. Williams (2006)½w
7So 02 N. Ramseyer (1765)1s

RTermin Gegner (Elo)Erg.Ges
1Do 29 Sinan Deveci (1688)1s1
2Do 29 Vincent Lou (2008)½w
3Fr 30 M. Tezayak (1942)1s
4Fr 30 Anatol Toth (1989)½w3
5Sa 01 Daniel Fischer (2148)0s3
6Sa 01 N. Ramseyer (1765)0w3
7So 02 E. Rüttimann (1583)1s4