Doppelsieg im Open das i-Tüpfelchen

Qualiturniere: Sportlich, atmosphärisch und organisatorisch top

240 Schachspieler zwischen 6 und 85 Jahren frönten ihrem Hobby an drei Tagen in St. Gallen. Zum dritten Mal nach 2013 und 2015 richtete der Schachklub St. Gallen ein Junioren-Qualifika­tions­turnier zur Schweizer Meisterschaft aus und zeigte sich dem enormen Interesse gewachsen. Die Alte Turnhalle Kreuzbleiche war gut gefüllt: 54 Tische mit 120 Schachbrettern wurden von morgens um 9 Uhr bis ca. 18 Uhr bespielt. Für die Organisation und die gute Atmosphäre – das darf man auch auf die Luftqualität beziehen – erntete der Schachklub viel Lob. Ein grosser Dank gebührt dem Sportamt der Stadt für seine Unterstützung, den vielen Helfern aus dem Klub und den Familien der Nachwuchsakteure sowie den Schiedsrichtern Georg Kradolfer und Albert Baumberger.


Elias Giesinger (Mitte) und Michael Nyffenegger (li.) setzten mit ihrem Doppelsieg im Open das Tüpfelchen aufs "i". Beide St.Galler remisierten gegen den Dritten Stéphane Gendre (Payerne).

Der SK St. Gallen konnte sich nicht nur über 64 Teilnehmer mehr als vor zwei Jahren freuen (+36%), sondern präsentierte sich auch sportlich in Top-Form! "Totaler St. Galler Triumph beim St. Galler Open", titelte Markus Angst auf der Website des Schweizer Schachbundes. Der Doppelsieg durch Junior Elias Giesinger und Michael Nyffenegger - die im Grunde gleichauf lagen, aber Elias mit einer Winzigkeit in der zweiten Feinwertung vorn – kam überraschend. Elias liebäugelte als Nr. 4 der Startliste schon mit dem Treppchen (und freute sich, dass die angemeldeten starken Inder nicht erschienen waren), Michael Nyffeneggers Sprung vom Startplatz 10 auf die quasi geteilte "Eins" überraschte hingegen sehr. Der St. Galler Juniorenleiter, der bei den Turnieren in 2013 und 2015 ein Riesenpensum zu bewältigen hatte und daher nie mitspielen konnte, trumpfte bei seiner Premiere gross auf und holte u.a. 2½/3 gegen Konkurrenten zwischen 2100 und 2200, darunter die Nr.1 Robin Angst, den er in der dritten Runde am Spitzenbrett besiegte. Michaels 4.5/5 entsprechen einer Performance von 2315, Michaels aktuelle Elozahl ist 1997.
Elias lag nach vier Runden mit 4/4 allein in Führung und verteidigte sie mit einem Remis gegen den Dritten Stéphane Gendre. Zuvor hatte sich Elias u.a. gegen den Setzlistenfünften Slobodan Adzic (Chur) durchgesetzt. Im Titelkampf mischte mit U18-Junior Benito Rusconi ein dritter St. Galler mit. Benito startete wie Michael und Elias mit 3/3 (u.a. gewann er mit Schwarz gegen die Nr.2 Marc Potterat) und hätte mit einem Schlussrundensieg sogar ganz oben stehen können. Philipp Jenny (Winterthur) hielt aber dagegen und verdiente sich das Remis und damit den Preis für den besten U16-Junior.
In den Top Ten landete drei weitere St. Galler: Marc Potterat (6.), Frank Wittenbrock (7.) und als zweitbester U16-Junior Jan Fecker (9.) erspielten je vier Punkte.
Zufrieden konnten auch Marcel Schneider mit 3.5/5 und Raphael Perrin mit 3/5 (als Nr. 42 auf Rang 26) sein. In der Nähe ihrer Startplätze landeten Wolfgang Eisenbeiss und Jan Frei (je 2). Gar nicht lief es hingegen für Yasin Chennaoui, der gegen weniger starke Konkurrenz 2.5 Punkte einfuhr und auf Rang 36 landete.
In den jüngeren Nachwuchsklassen nutzten leider nur wenige St. Galler das Heimspiel. Ein starkes Turnier zeigte Richy Muranyi in der U12. Mit drei Punkten aus fünf Runden landete er als Startnummer 60 auf Platz 25. Sina Fecker holte 2.5 Punkte, womit sie die Erwartungen erfüllte.
In der U10 holte Austin Jennings mit 3.5/7 die Hälfte der Punkte, Alex Pattinson einen halben Punkt weniger. Erste Turniererfahrungen sammelte die erst 7jährige Claudia Jennings. Florian Lohse konnte das Turnier krankheitsbedingt nach der ersten Runde leider nicht fortsetzen.
Frank Wittenbrock   Bericht von Markus Angst auf swisschess.ch
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